Test

© Olivier Le Moal - Fotolia

Zinsloses Risiko

BS   -     24.11.2017   -   Marktkommentar


In kaum einem anderen Land in Europa wird Vermögen so schlecht angelegt, wie in Deutschland. Girokonto, Sparbuch und Tagesgeld sind für die meisten immer noch die erste Wahl, obwohl hier schon lange keine Zinsen mehr gezahlt werden. Die Risiken, die damit einhergehen, bleiben dabei meist vollkommen unberücksichtigt.

 

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, tritt nicht auf die Bremse. Im Oktober verlängerte er das Anleihen-Kaufprogramm. Schon bald dürfte die EZB Bilanz die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Euroraums umfassen. Die Auswirkungen von Nullzinspolitik und politisch gesteuerten „Marktzinsen“ treffen vor allem die Sparer, deren Altersvorsorge dahinschmilzt. Wie Notenbanker überall auf der Welt gibt auch Mario Draghi vor, das Geldsystem steuern zu können. Dabei kann er nicht mal erklären, warum er sein Inflationsziel von 2 Prozent nicht erreicht. Und das obwohl die Konjunktur in Europa relativ stabil läuft und seine Geldpolitik heute viel expansiver ist, als zu Beginn der Finanzkrise in 2008.

Geht ein langer Trend zu Ende?

Nicht nur in Europa ist es mit der Konjunktur gut bestellt. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2008 ist auch in den USA, Japan, China und anderen großen Volkswirtschaften ein achtbares Wirtschaftswachstum zu beobachten. Letztendlich wird diese gleichzeitige Expansion früher oder später entweder eine wirtschaftliche Überhitzung mit hoher Inflation oder eine frühzeitige strenge Verschärfung der Geldpolitik mit sich bringen. Droht die Inflation kräftig anzuziehen, wären Notenbanker eigentlich gehalten, die Zinszügel anzuziehen. Angesichts der globalen Rekordverschuldung ist das jedoch unrealistisch. Wenn man die Notenbankpolitik der letzten Jahrzehnte aufmerksam verfolgt muss man unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass eine höhere Inflation alternativlos ist. Damit ginge ein über 35-jähriger Trend sinkender Preissteigerungsraten zu Ende.

 

Globale Inflation, Konsumentenpreise (jährlich %)

Quelle: Weltbank

 

Was so lapidar klingt, gefährdet jedoch nicht nur die Kaufkraft der Geldvermögen, es untergräbt auch das Vertrauen in das Geldsystem an sich. Vor dem Hintergrund der deutschen Historie beobachten gerade hierzulande viele Kritiker seit langen die geldpolitischen Experimente mit Unbehagen. Da unser heutiges Papiergeldsystem nicht mehr durch Gold oder andere Werte gedeckt ist, bleibt einzig das Vertrauen in Notenbanken und Finanzminister als erhaltendes Element. Doch um dieses Vertrauen ist es in Zeiten billionenschwerer Geldspritzen nicht gerade zum Besten bestellt. Gerade für deutsche Sparer wäre eine Vertrauenskrise verheerend. Ein Großteil der Altersvorsorge liegt hierzulande auf Girokonten, Sparbüchern und Tagesgeldkonten. Diese Anlageprodukte würden bei einer erneuten Vertrauenskrise in das Geldsystem besonders stark an Wert verlieren.

Inflation und der Ketchup-Effekt

Für die geringen Preissteigerungen in den letzten Jahren werden viele Gründe genannt. Insbesondere durch die Globalisierung und den technischen Fortschritt sind die Preise in den letzten Jahren weniger stark angestiegen, als dass in der Vergangenheit der Fall war. Das könnte sich allerdings in Zukunft ändern. Wir erleben derzeit ein Ende des deflatorischen Schocks, welcher von der Globalisierung ausging und die Inflation in Schach gehalten hat. China und andere Schwellenländer haben als verlängerte Werkbank der Welt dafür gesorgt, dass Löhne und Preise trotz weltweiten Wachstums nicht überhitzen konnten. Die Inflation verlor so in den letzten Jahren ihren Schrecken. Doch was ist, wenn sich dieser Trend nun umkehrt? Die Politik von US-Präsident Trump und die Neuausrichtung der Chinesen auf den Binnenmarkt sind erste Hinweise für eine Abschwächung der Globalisierungseffekte. Fangen die Preise und Löhne erstmal an zu steigen, kann es mit einer ausufernden Inflation sehr schnell gehen. Das Phänomen der Hyperinflation entsteht plötzlich, wie bei einer Ketchup-Flache, wo beim ersten Klopfen gar nichts passiert und dann plötzlich alles herausschießt.

Umdenken in der Geldanlage

Gerade in Zeiten hoher Unsicherheit und potentiellen Strukturbrüchen sollten Anleger nicht auf die Versprechen der Notenbanken und Politiker vertrauen. Wer heute vermeintlich kurzfristige Risiken meidet, trägt langfristig die größten Risiken. Daher gilt es jetzt zu handeln und seine Geldanlage auf mögliche Krisen vorzubereiten. Aus unserer Sicht ist der Lösungsweg eine durchdachte Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Währungen und Länder.

 

Informationen zu einer wertstabilen Anlagelösung finden Sie hier

 

Beitrag auf Facebook teilen

 


Wichtige Hinweise - Bitte beachten Sie: Alle Wertpapieranlagen sind mit Risiken verbunden:

LARANSA Private Wealth Management AG ist der Asset Management & Wealth Management- Geschäftsbereich der comvest Holding. Die jeweils verantwortlichen rechtlichen Unternehmen, die Kunden Produkte oder Dienstleistungen anbieten, werden in den entsprechenden Verträgen, Verkaufsunterlagen oder sonstigen Produktinformationen benannt. Diese Darstellung der Information enthält lediglich generelle Markteinschätzungen, welche auf der Grundlage von Analysen der LARANSA Private Wealth Management AG getroffen wurden. Alle genannten Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar und ersetzen diese auch nicht, insbesondere nicht die auf die individuellen Verhältnisse des Kunden abgestimmte Handlungsempfehlung. Sie geben lediglich die aktuelle Einschätzung der LARANSA Private Wealth Management AG wieder, die auch sehr kurzfristig und ohne vorherige Ankündigung geändert werden kann. Damit ist sie insbesondere nicht als Grundlage für eine mittel oder langfristige Handlungsentscheidung geeignet. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftigen Wertentwicklungen. Es wird keine Garantie dafür übernommen, dass Prognosen und Ziele tatsächlich eintreffen. Prognosen basieren auf Aufnahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Soweit die in dieser Darstellung der Informationen enthaltenen Daten erkennbar von Dritten stammen, übernimmt die LARANSA Private Wealth Management AG für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Daten keine Gewähr, auch wenn sie nur solche Quellen verwendet, die sie als zuverlässig erachtet. Die LARANSA Private Wealth Management AG vertritt keine bestimmte politische Ansicht. Die Analysen sollen lediglich mögliche Auswirkungen auf Finanzmärkte und makroökonomische Zusammenhänge zu erläutern helfen.

Pressekontakt
Hanna Dudenhausen / LARANSA Private Wealth Management AG / Joachimsthaler Str. 34 / 10719 Berlin / Telefon: +49 (0)30 531 449 916 / h.dudenhausen@laransa.de

Weitere News

Marktkommentar

Über Goldlöckchen und Zombies

12.04.2018

Über Goldlöckchen und Zombies

2018 wird für die Weltwirtschaft ein weiteres Boomjahr werden. Ehemalige Krisenländer wie ...

Private Wealth Management

Fallwinde an den Finanzmärkten

12.03.2018

Fallwinde an den Finanzmärkten

Die Bora ist ein trockener, kalter Fallwind, der wie aus heiterem Himmel mit Böen von bis ...

Vermögensverwaltung

Unsichere Bankeinlagen - Ist Bitcoin das bessere Geld?

08.01.2018

Unsichere Bankeinlagen - Ist Bitcoin das bessere Geld?

In den vergangenen Monaten wurden Bankkunden über die Änderungen der Einlagensicherung inf...

Marktkommentar

Zinsloses Risiko

24.11.2017

Zinsloses Risiko

In kaum einem anderen Land in Europa wird Vermögen so schlecht angelegt, wie in Deutschlan...

Vermögensverwaltung

Vermögensverwaltung ohne Anleihen

23.10.2017

Vermögensverwaltung ohne Anleihen

Warum vermögende Anleger heute auf alternative Anlagen setzen....

Marktkommentar

Quo vadis Deutschland?

08.10.2017

Quo vadis Deutschland?

Deutschland geht es gut! So lautete zumindest das Bild, welches wir im Wahlkampf aufgezeig...