Test

© Pixabay

Unsichere Bankeinlagen - Ist Bitcoin das bessere Geld?

BS   -     08.01.2018   -   Vermögensverwaltung


In den vergangenen Monaten wurden Bankkunden über die Änderungen der Einlagensicherung informiert, mit denen die kaum haltbaren Sicherheitsversprechen für Bankguthaben zurückgeschraubt werden. Gleichzeitig erleben digitale Währungen einen erstaunlichen Höhenflug. Bieten sich Bitcoin & Co. als Alternative zum Fiat-Geld?


Seit der Finanzkrise und dem beinahe Zusammenbruch des Finanzsystems hat das Bild sicherer Banken allerdings Risse erhalten. So ist es kein Zufall, dass nur wenige Wochen nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers ein Grundlagenpapier unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ auftauchte, welches die Grundlage für die erst Kryptowährung schuf, dem Bitcoin.

Wie funktioniert Bitcoin?

Ein Schwachpunkt des heutigen Fiat-Geldsystems ist das Problem des „vertrauenswürdigen Dritten“. Diese Rolle haben traditionell die Banken inne unter Mitwirkung der Zentralbanken und des Staates. In der Finanzkrise funktionierte dieses System jedoch nicht mehr, selbst Banken trauten sich nicht mehr untereinander. Bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin übernimmt diese Funktion ein System von dezentralen Computern. Wird eine Transaktion durchgeführt, prüfen diese unabhängig voneinander, ob diese Transaktion korrekt ist. Erst wenn das Netzwerk bestätigt, dass z.B. der Verkäufer auch rechtmäßiger Inhaber ist, kann die Transaktion durchgeführt werden. Die einzelnen Informationen werden in sogenannten Blocks gespeichert, die chronologisch in einer sogenannten Blockchain aneinandergehängt werden. Das System der Blockchains mit dezentralen Netzwerken gilt als fälschungssicher und ist vor allem nicht abhängig von einer zentralen, staatlichen Stelle, wie es beim heutigen Fiat-Geldsystem der Fall ist.

Blase oder besseres Geld?

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zum heutigen Schuldgeld ist die unwiderrufliche Obergrenze an Bitcoins, die jemals ausgegeben werden können. Vom Grundsatz her sind bei Währungen mit abnehmenden Geldmengenwachstum und steigenden Entstehungskosten die Preissteigerungen bereits angelegt. Beim herkömmlichen Kreditgeld ist dies genau andersherum. Der Wert ist am Anfang am höchsten und erodiert im Zeitablauf (Inflation).

Bei Kursen um 20.000 US-Dollar für einen Bitcoin scheinen die Marktteilnehmer nichts anderes einzupreisen, als die Ablösung des bisherigen Zahlungssystems durch ein System von Bitcoins. Heute ist eine regelrechte Goldgräberstimmung rund um das Thema Kryptowährung ausgebrochen. Es existieren neben dem Bitcoin weitere 1.200 alternative „Coins“. Ob und welche sich zukünftig gegen das fragile Fiat-Geldsystem durchsetzen werden, ist heute noch vollkommen offen.

Es gibt jedoch bereits heute eine alternative Währung, die sich seit sehr langer Zeit bewährt hat: Gold. Ebenso wie die neuen digitalen „Coins“ ist Gold nicht beliebig vermehrbar, fungibel, leicht teilbar und relativ anonym. Dadurch fungiert es seit Jahrhunderten als Zahlungsmittel und Wertanker. Auf globaler Ebene sind zuletzt wieder deutliche Tendenzen einer Remonetarisierung des Geldes zu beobachten. Zumindest haben Länder wie China und Russland ihre Goldreserven zuletzt wieder deutlich aufgestockt. Wem das neue Krypto-Geld nicht greifbar genug oder noch zu volatil ist, findet in Gold also eine Alternative mit sehr vergleichbaren Eigenschaften.

Kein Schuldgeld ist sicher

Angesichts unseres fragilen Schuldgeldsystems ist es nur konsequent, Vorsicht bei der Bankanlage walten zu lassen. Grundsätzlich gilt, die Obergrenze der gesetzlichen Einlagensicherung ist auf 100.000 EUR pro Anleger pro Bank begrenzt. Zusätzlich gibt es in Deutschland eine freiwillige Einlagensicherung, durch die unterschiedlichen Institutsgruppen auch unterschiedlich organisiert. Ziel dieser Versprechen ist, den Bankkunden die absolute Sicherheit der Einlagen zu suggerieren. Krachen die Schuldner, verlieren die Gläubiger und damit letztlich all jene, die ihre Ersparnisse in Kreditgeld aufbewahren. Konten bleiben keine sichere Aufbewahrungsstelle. Zu groß ist die Gefahr, bei der nächsten Runde der „Bankenrettung“ an den Kosten beteiligt zu werden.

Ob Bitcoin und Co. heute die richtige Antwort für den Werterhalt ist, bleibt zumindest sehr zweifelhaft. Die Kryptowährungen basieren zwar auf einer guten Logik und einer interessanten Technologie, dennoch ist die Bewertung nicht konsistent zur Bewertung anderer Wertaufbewahrungsmittel, wie beispielsweise dem Gold.

Wir halten es durchaus für denkbar, dass sich das aktuell zu beobachtende Misstrauen gegenüber den Währungen zu einer Flucht in Gold führt. So könnte Gold durch die Entwicklung bei Bitcoins in die Rolle einer Parallelwährung gelangen.

Gold bleibt für uns folglich die ultimative Absicherung gegen Schreckensszenarien im Finanzsystem. Kryptowährungen sollten als Spekulationsobjekt mit dem Risiko des Totalverlusts nur eine „verschmerzbare Wette“ in der Vermögensallokation darstellen.

 

 

Beitrag auf Facebook teilen

 


Wichtige Hinweise - Bitte beachten Sie: Alle Wertpapieranlagen sind mit Risiken verbunden:

LARANSA Private Wealth Management AG ist der Asset Management & Wealth Management- Geschäftsbereich der comvest Holding. Die jeweils verantwortlichen rechtlichen Unternehmen, die Kunden Produkte oder Dienstleistungen anbieten, werden in den entsprechenden Verträgen, Verkaufsunterlagen oder sonstigen Produktinformationen benannt. Diese Darstellung der Information enthält lediglich generelle Markteinschätzungen, welche auf der Grundlage von Analysen der LARANSA Private Wealth Management AG getroffen wurden. Alle genannten Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar und ersetzen diese auch nicht, insbesondere nicht die auf die individuellen Verhältnisse des Kunden abgestimmte Handlungsempfehlung. Sie geben lediglich die aktuelle Einschätzung der LARANSA Private Wealth Management AG wieder, die auch sehr kurzfristig und ohne vorherige Ankündigung geändert werden kann. Damit ist sie insbesondere nicht als Grundlage für eine mittel oder langfristige Handlungsentscheidung geeignet. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftigen Wertentwicklungen. Es wird keine Garantie dafür übernommen, dass Prognosen und Ziele tatsächlich eintreffen. Prognosen basieren auf Aufnahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht korrekt herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Soweit die in dieser Darstellung der Informationen enthaltenen Daten erkennbar von Dritten stammen, übernimmt die LARANSA Private Wealth Management AG für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Daten keine Gewähr, auch wenn sie nur solche Quellen verwendet, die sie als zuverlässig erachtet. Die LARANSA Private Wealth Management AG vertritt keine bestimmte politische Ansicht. Die Analysen sollen lediglich mögliche Auswirkungen auf Finanzmärkte und makroökonomische Zusammenhänge zu erläutern helfen.

Pressekontakt
Hanna Dudenhausen / LARANSA Private Wealth Management AG / Joachimsthaler Str. 34 / 10719 Berlin / Telefon: +49 (0)30 531 449 916 / h.dudenhausen@laransa.de

Weitere News

Marktkommentar

Über Goldlöckchen und Zombies

12.04.2018

Über Goldlöckchen und Zombies

2018 wird für die Weltwirtschaft ein weiteres Boomjahr werden. Ehemalige Krisenländer wie Spanien, P...

Private Wealth Management

Fallwinde an den Finanzmärkten

12.03.2018

Fallwinde an den Finanzmärkten

Die Bora ist ein trockener, kalter Fallwind, der wie aus heiterem Himmel mit Böen von bis zu 250 km/...

Vermögensverwaltung

Unsichere Bankeinlagen - Ist Bitcoin das bessere Geld?

08.01.2018

Unsichere Bankeinlagen - Ist Bitcoin das bessere Geld?

In den vergangenen Monaten wurden Bankkunden über die Änderungen der Einlagensicherung informiert, m...

Marktkommentar

Zinsloses Risiko

24.11.2017

Zinsloses Risiko

In kaum einem anderen Land in Europa wird Vermögen so schlecht angelegt, wie in Deutschland. Girokon...

Vermögensverwaltung

Vermögensverwaltung ohne Anleihen

23.10.2017

Vermögensverwaltung ohne Anleihen

Warum vermögende Anleger heute auf alternative Anlagen setzen....

Marktkommentar

Quo vadis Deutschland?

08.10.2017

Quo vadis Deutschland?

Deutschland geht es gut! So lautete zumindest das Bild, welches wir im Wahlkampf aufgezeigt bekommen...