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Fallwinde an den Finanzmärkten

BS   -     12.03.2018   -   Private Wealth Management


Die Bora ist ein trockener, kalter Fallwind, der wie aus heiterem Himmel mit Böen von bis zu 250 km/h über Segler herfällt. Oft bleiben nur wenige Minuten, um sich in Sicherheit zu bringen. Dieses Bild erinnert an die ersten Wochen im Jahr 2018 an den Finanzmärkten. Unisono prognostizierten noch Ende 2017 Banken und Fondsmanager ein positives Aktienjahr 2018. Ist dieses Szenario seit Februar bereits Makulatur?


Der amerikanische S&P 500 Aktienindex rutschte gleich zu Beginn des Februars an einem Tag um mehr als 4,5 Prozent ab. Auch Dax und der japanische Nikkei Index verloren in der Folge deutlich. Dieser plötzliche Stimmungswechsel überraschte viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß, schließlich signalisieren die aktuellen Konjunkturdaten ein ausgesprochen positives Umfeld. Zehn Jahre nach der Finanzkrise ist die Wachstumslücke überwunden, die Deflationsrisiken wurden gebannt und selbst die hohe Verschuldung scheint dank weiterhin niedriger Zinsen kein Problem zu sein. Doch es gibt immer stärkere Anzeichen, dass sich die beste aller Welten dem Ende neigt.

Alle Tiefzinsphasen gehen einmal zu Ende

Das größte Risiko für ein Ende der Börsenparty ist der Zins. Die meisten Marktteilnehmer können sich heute keine substanziell höheren Zinsen vorstellen, auch wenn die Zentralbanken langsam anfangen, die Liquiditätsflut zu reduzieren. Vordergründig ist die Argumentation einleuchtend: Die globale Verschuldung ist mittlerweile so hoch, dass höhere Zinsen nicht mehr getragen werden können. Daher sorgen die Notenbanken weiterhin für billige Refinanzierung.

Auch in früheren Tiefzinsphasen glaubten Anleger, dass die Zinsen „nie wieder steigen“ werden. Dennoch fanden niedrige Zinsen immer wieder ein Ende, teilweise sogar mit dramatischer Geschwindigkeit. Steigende Inflationsrisiken könnten heute die Notenbanken dazu veranlassen, stärker als bisher angenommen zu agieren. Die Arbeitslosenquoten in den wichtigen Industrieländern sinken seit Jahren und es wird zunehmend schwieriger, offene Stellen zu besetzen. Daraus resultiert ein Lohndruck, der auch in den aktuellen Tarifabschlüssen hierzulande sichtbar wird.

Niedrigzins macht uns anfälliger für Krisen

Auch wenn die EZB die Leitzinsen bisher noch nicht angehoben hat, so haben sich die monetären Rahmenbedingungen weltweit bereits verschlechtert. Vor allem die US-Notenbank ist entzieht den Märkten Liquidität durch erste Zinsschritte und den Abbau Ihrer Anleihebestände. Die jahrelange Nullzinspolitik der letzten Jahre hat die Finanzmärkte allerdings nicht weniger, sondern mehr anfällig für einen Liquiditätsentzug gemacht. Tiefe Zinsen animieren nicht nur zu einer höheren Verschuldung Auf der Suche nach Erträgen akzeptieren Anleger derzeit auch weniger Sicherheiten und schlechtere Schuldner. Dabei ist der Spielraum für Enttäuschungen begrenzt. Die Folge ist eine steigende Fragilität der Finanzmärkte. Häufen sich die Fälle von Zahlungsschwierigkeiten, steigen die Risikoprämien und damit die Zinsen für alle anderen Schuldner. In der Folge kommt es erfahrungsgemäß zu weiteren Schieflagen und eine Abwärtsspirale setzt sich in Gang.

Fazit

Der derzeit raue Wind an den Finanzmärkten kam wie ein Bora Wind ohne vorherige Ankündigung. Ob es nun auch zu einem Sturm kommt, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die konjunkturelle Hochlage sich langsam abkühlt und der Gegenwind seitens der Zentralbanken zunimmt. Die Zinsen können zwar noch längere Zeit tief bleiben, doch wenn die Trendwende kommt, wird sie rasch und drastisch verlaufen - mit entsprechenden Folgen für alle Anlagen, die vom billigen Geld abhängen. Umso wichtiger bleibt es, den Vermögenserhalt – und nicht die Ertragsmaximierung - in den Mittelpunkt der Anlagestrategie zu rücken.

 

 

 

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